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Vereinsreise
DI 28.09.2010 -
GV 2010
SA 10.04.2010 -
Zwei neue Vorstandmitglieder gewählt
An der 66. Generalversammlung des Gewerbevereins Mümliswil-
Der Präsident Christoph Kamber konnte zur 66. Generalversammlung im Saale des Gasthof Limmernschlucht 52 Personen willkommen heissen. Einen speziellen Gruss richtete er an die anwesenden Ehrenmitglieder Ueli Marti, Paul Fluri und Linus Kamber.
Interessantes Vereinsjahr
Der Präsident liess das vergangene Vereinsjahr anhand einer Power-
Werbung gemeinsam mit allen Thaler Gewerbevereinen
Nebst den Aktionen der Detaillisten wurden letztes Jahr auch wieder 5 Guldentalerseiten im Wuchedonner geschaltet, um so die Bevölkerung über die Vereinsaktivitäten zu informieren. Neu beteiligt sich der Verein auch bei den Thaler Taschentagen, die in Zusammenarbeit mit den Gewerbevereinen Thal und Balsthal vom Verein Naturpark Thal lanciert wurden. Auch das Notrufmerkblatt, welches im Januar an alle Haushaltungen in der Gemeinde abgegeben wurde, löste positive Echos aus.
Jahresrechnung
Die Jahresrechnung schliesst wie budgetiert mit einem kleinen Defizit ab und wird einstimmig genehmigt. Ebenso das Budget für das kommende Jahr. Dem Kassier Fabio Zaccardo und dem Vorstand wird Decharge erteilt.
Wahlen
Nebst der Wiederwahl von Christoph Kamber als Präsident und den Vorstandsmitgliedern Maria Mägli, Brigitte Tschan, Ruedi Büttler, Andy Haefeli, Peter Roth und Fabio Zaccardo wurden Heinz Ackermann und Hansjörg Stoll mit grossem Applaus neu in den Vorstand gewählt. Ebenso stellten sich die Rechnungsrevisoren Max Hutmacher und Arthur Walter für vier weitere Jahre zu Verfügung.
Bratwurst und Rösti statt Hummer und Kaviar
MO 22.03.2010 -
Am 8. Wirtschafts-
Gemeindepräsident Kurt Bloch und Gewerbepräsident Christoph Kamber durften neben den Referenten Heinz Mägli, Reitsport Mümliswil, und Ueli Bucher, Geschäftsführer der Solothurnischen Einwohnergemeinden, an die 50 Interessierte aus Politik und Wirtschaft des Guldentals im Ausflugsrestaurant Alpenblick oberhalb Ramiswil begrüssen. Bereits bei der Einleitung erklärte Kurt Bloch, wo der Schuh der Einwohnergemeinde drückt. Fast 90 % der Steuereinnahmen der Gemeinde sind vorgegebene Ausgaben, so dass auch die Investitionen auf ein Minimum beschränkt werden, und so Aufträge für die Wirtschaft aufgeschoben werden.
Schlosserei und fahrbare Hufschmiede Mägli
Heinz Mägli stellte auf eindrückliche Weise seinen Werdegang und der seines Geschäftes dar. Als junger Bauernsohn wurde ihm der Rösselervirus fast schon in die Wiege gelegt und bereits während seiner Schulzeit in Welschenrohr sah er im Pferd nicht nur ein Arbeitstier, sondern auch einen Freund mit dem er während seiner Lehre zum Hufschmied bereits seine Freizeit beim Springreiten verbrachte. Nach der Rekrutenschule, die er als Militärhufschmied absolvierte, führten ihn seine Wanderjahre über das Welschland nach Kestenholz. Während dieser Zeit eignete er sich auch das Schlossern und das Kunstschmiedehandwerk an.
Mit der Übernahme der Schmiede von Hans Schären in Mümliswil am 1. Oktober 1987 zog die junge Familie ins Guldental. 1992 entschloss sich Heinz Mägli, das bestehende Gebäude abzureissen und ein neues grösseres Geschäftshaus mit nebenstehendem Lagergebäude zu bauen.
Nebst seinem guten Ruf als Hufschmied, der zeitweise die Betreuung von drei internationalen Spitzenreitern einbrachte, wurde auch das 2. Standbein, die Schlosserei und der Melkmaschinenservice, mit der Einstellung seines Schwagers Josef Vogt, ausgebaut. 1995 erfolgte der Einstieg in den Reitsporthandel und heute beschäftigt die Firma nebst 6 Festangestellten auch 4 Aushilfen. Seit Jahren werden erfolgreich Lehrlinge ausgebildet, so auch Thomas Mägli, der heute im elterlichen Betrieb mitarbeitet. Zum Schluss appellierte Heinz Mägli an die Anwesenden sich nicht auf Grösse zu fokussieren, sondern überschaubar zu bleiben, Kundennähe und Serviceleistungen in den Vordergrund zu stellen und so seinen Platz am Markt zu behaupten.
„small ist beautiful“
Der Titel des zweiten Referates vorgestellt durch Ueli Bucher. Als Geschäftsführer des Verbandes der Solothurnischen Einwohnergemeinden und langjähriger Gemeindepräsident von Zuchwil gab er sehr fundierte Einblicke in die Problematik des ständigen Ausbaus des öffentlichen Angebotes, mit der Frage nach der Finanzierung und dem damit verbundenen Nutzen.
Leider gehe der Trend in der Schweiz immer noch in die Richtung „big is beautiful“. Anhand der Organigramme der kant. Verwaltung und einer kleinen oder mittelgrossen Gemeinde unterstrich Ueli Bucher die Wichtigkeit von einfachen und übersichtlichen Strukturen mit wenigen Schnittstellen, die klare Zuständigkeiten aufzeigen und erprobt sind.


Darum fordern die Gemeinden mit ihrer Initiative „Bratwurst und Rösti statt Hummer und Kaviar“. Mit kritischen Thesen hinterfragte er die Wirkung von Verwaltung und Politik anhand des Paretoprinzips und änderte die Formel um, auf die These, dass 80 % Wirkung mit 20 % der Mittel erreicht werden können, und die anderen 20 % Wirkung nicht 80 % der Mittel rechtfertigen. Dass diese These so sicher nicht stimme aber auch nicht völlig falsch sei unterstrich er damit, dass die Kosten durch die Menge und durch den Luxus im öffentlichen Raum steigen. Ueli Bucher hielt fest, dass wir uns alle oft zu viel Luxus leisten, insbesondere wenn der Besteller und der Bezahler nicht identisch sind. Unterstrichen wurde die These am Beispiel der Ortsplanungsrevision einer Gemeinde, wo Kosten und Nutzen am Schluss in keinem Verhältnis standen. Der Kanton machte Vorgaben, die Zeche musste aber zum Schluss von der Gemeinde bezahlt werden.
Was ist nun zu tun fragte Bucher und warb für die Unterstützung der Initiative der Solothurner Einwohnergemeinden, da der Kostenanteil der Einwohnergemeinden für die Bildung und soziale Wohlfahrt zwischen 1990 und 2007 von ca. 50 % auf 70 % des Steuerertrages gestiegen ist und weiter steigt. Als Idee der Initianten liegt die Erhöhung des Staatsanteiles zu Grunde, will heissen, wer befiehlt soll auch bezahlen.
Im Weiteren sprach er sich auch für die Entlastung der KMU’s von administrativen Arbeiten aus. Sein Fazit: Bratwurst und Rösti statt Hummer und Kaviar ist eine längst überfällige Forderung der Gemeinden an den Kanton und müsste gerade auch in der Wirtschaft durchgesetzt werden. Die Überschaubarkeit in den Gemeinden wie auch in Wirtschaftsbetrieben führt zu mehr Transparenz und Kosteneffizienz, wichtigen Merkmalen um auch in der Zukunft zu bestehen.
Beim anschliessenden Apèro wurden diese Thesen von den Anwesenden eingehend diskutiert und es boten sich Gelegenheiten zum Gedankenaustausch unter den anwesenden Gewerblern und Kommunalpolitikern.
Einmal mehr erfuhren diese, dass die KMUs das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft seien, ob darauf endlich auch Taten folgen, wird die Zukunft zeigen.
29.3.10/ckm